Die "dynamische" Heizkörperverschraubung

Hahnblock mit integrierter Differenzdruckregelung

Eine weitere Variante zur Druckoptimierung/Begrenzung, speziell für Ventil-Kompaktheizkörper mit voreinstellbarem Einbauventil, wäre eine Heizkörperverschraubung mit integrierter Differenzdruckregelung (Typ RLV-KDV) für einen dynamischen, hydraulischen Abgleich. 


 
Die RLV-KDV Heizkörperverschraubung ist mit einem eingebauten Differenzdruckregler ausgestattet, der den Differenzdruck auf einen Sollwert von 0,15 bar (Einschweißgarnitur, Einbauventil und Heizkörper) begrenzt. Somit wird die berechnete Wassermenge über die Voreinstellung in jedem Lastfall konstant gehalten und (Fließ)Geräusche am Heizkörper, gerade in Kombination mit Thermen/integrierten Pumpen, werden vermieden. Weitere Infos finden Sie im Datenblatt.

Praxislösung

Warum ist dieses "Bauteil" so wichtig? Die Antwort ist ganz einfach: Es gibt Millionen von Ventilkompaktheizkörpern, die schon über eine integrierte Voreinstellung verfügen. Warum diesen Einsatz, der vom Hersteller das Leistungsspektrum des Heizkörpers abdeckt, durch einen Einsatz mit Volumenstrombegrenzung tauschen, wenn durch den Wechsel der Heizkörperverschraubung durch ein Modell mit integriertem Differenzdruckregler ein definierter Betriebszustand für jeden Lastfall erreicht werden kann?

Hinzu kommt ein gravierendes (Praxis)Problem: Es gibt unzählige Varianten von Ventileinsätzen verschiedener Hersteller, die oft nur dann eindeutig zu identifizieren sind, wenn man diese ausbaut und die passenden Ersatzeinsätze sucht. Haben Sie die Zeit dazu?

Berechnung

Achtung: Für die Berechnung der Voreinstellung müssten theoretisch die Druckverluste des Heizkörpers und der Einschweißgarnitur bekannt sein. Diese Kennwerte gibt es aber nicht! Allein eine Ermittlung der Widerstandsdaten für unzählige Heizkörpertypen und Varianten würde in keinem Verhältnis zu einem praktischen Nutzen stehen. Deshalb benötigen Sie nach einer Vielzahl von internen Messungen mit dieser Lösung nur folgende Parameter

  • Mindestens 0,15 bar / 15 KPa Differenzdruck vor der Verschraubung
  • den Voreinstellwert für den rechnerisch ermittelten Kv-Wert. Dieser "System-Kv-Wert" beinhaltet alle Druckverluste des Heizkörpers (Einschweißgarnitur, Einbauventil und Heizkörper) und ist gleichzeitig der Kennwert für die Voreinstellung jedes Einbauventils - unabhängig vom Hersteller (Beispiel).

Die notwendigen Berechnungstools (Datenscheibe /APP) sind in Kürze verfügbar. Den VDI 3805 Datensatz (ha.tga / Richtlinie 10-1998 / Stand 08-2018) finden Sie hier (Heizkörperarmaturen Zweirohrsysteme / Durchflussregler)  

Fehlertoleranz: Gehen Sie einmal von einer Toleranz von +/-10 % abhängig von Heizkörpertyp und -größe aus. Dies stellt jedoch in der Praxis kein Problem dar, da die endgültige Leistungsanpassung sowieso über die Heizkurve (+/- 2K) erfolgt.

Deshalb: Auch das Einbauventil in Kombination mit einem dynamischen Hahnblock am Heizkörper muss berechnet werden! Die Voraussetzung für eine genaue Berechnung ist immer die raumweise Heizlastberechnung (z.B. mit DanBasic)! Nutzen Sie zur Aktualisierung Ihres Berechnungsprogramms den VDI 3805 Datensatz Blatt 2 inkl. der "dynamischen" Armaturen unter Durchflussregler im Datensatz ha.tga, Richtlinie 10/1998 (Stand: 08/2018) oder, mit noch umfangreicherer Funktionalität, den VDI 3805/2 Datensatz nach der neuen Richtline 01/2016 (zum Test Datensatz)

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