Der aktuelle Kommentar

Endlich verständlich ….

Oder „Keep it simple“ …. Oder „Weniger ist mehr“ ….. oder … sonst noch Vorschläge? Jetzt mache ich den Job schon „einige Tage“ und frage mich immer öfter: Muss das alles so kompliziert sein? Brauchen wir 100erte Seiten und zig Ausarbeitungen um einen praktikablen Lösungsweg aufzuzeigen?

Ach ja: Worüber sprechen wir eigentlich? Dem hydraulischen Abgleich, der Dauerbrenner der Heizungsbranche, wieder einmal in neuem Kontext nach dem Start der „BEG“ als Forderung zur Förderung oder ganz aktuell als Baustein zur Systemoptimierung, der aufgrund der geopolitischen Entwicklung eine neue Betrachtungsweise erfordert. Ähm …. Was hat den nun Putins Barbarei mit dem hydraulischen Abgleich zu tun. Nun, auf dem zweiten Blick eine Menge – aber der Reihe nach.

Seit vielen Jahren bemüht sich die Branche, nicht nur über diesen gesetzten Begriff zu sprechen, sondern auch in die Praxis umzusetzen. Zugegeben … mit mäßigem Erfolg. Die Gründe sind meines Erachtens recht einfach zu finden: Der Hydraulische Abgleich (oder besser die Systemoptimierung mit dem Basisbaustein hydraulischer Abgleich) ist ein „Kopfwerk“ – und kein Handwerk! Sprich eine Dienstleistung, die strukturiert nach einem verständlichen Leitfaden von Systemdenkern „zügig“ durchgeführt und auch entsprechend honoriert werden muss.

Und jetzt die Frage: Ist das denn wirklich sooooo schwierig – wo „klemmt“ es den seit Jahren? Ist die Herausforderung denn wirklich so groß (gut, wir sprechen über rund 15 Mio. kleinere Wohngebäude) – Last und Leistung – oder Angebot und Nachfrage gegenüberzustellen und einen Konsens zu finden? Es ist doch nur ein wenig Mathematik und Physik unter Berücksichtigung des Pareto-Prinzips: Mit 20% Aufwand 80% Nutzen zu erzielen!

Klingt einfach – ist es auch! Eine vereinfachte, raumweise Heizlastberechnung? Ja, kostet Zeit, aber das werden wir doch noch ein paar geometrische Grundkörper erfassen können! Heizkörper-/Ventilauslegung: Die Tools gibt es seit langem. Willkommen im Zeitalter „Digitalisierung light“! Nachplanung einer Fußbodenheizung im Bestand? Wo ist das Problem einer sinnhaften Nachrechnung mit adaptiven Systemen? Alles verfügbar !

Anpassung Last und Leistung und dem (und das ist jetzt neu) unter dem Systemdanken? Das alles lässt sich auf 2 Seiten beschreiben (den Leitfaden gibt es seit 1 1/2 Jahren) und verstehen – wenn man es nur will und möchte.

Was braucht die Branche aktueller denn je? Eine einheitliche, verständliche und an der Praxis orientierte Vorgehensweise UND Systemverständnis für eine zukünftig optimal (energisch und wirtschaftlich) funktionierende Wärmeversorgung. Denn ab sofort ist mit dem Branchentrend „Wärmepumpe“ ein anderer Ansatz gefragt: Primär muss das Temperaturniveau gesenkt werden. Und das hat weitreichende Auswirkungen auf die Nachplanung bzw. Optimierung der Wärmeverteilung und Wärmeübergabe. Also auch auf den hydraulischen Abgleich – sprich Ermittlung der notwendigen Wasser-/Wärmemengen in bestehenden Systemen.

Mein Fazit: Es ist nicht kompliziert – allenfalls komplex. Mit Systemverständnis, der richtigen Strategie und den geeigneten Werkzeugen (man sagt heute Softwaretools dazu) lassen sich 95% +x aller Anlagen ohne großen Zeitaufwand nachplanen und anschließend sehr effektiv betreiben. Nicht endlos diskutieren (und philosophieren) – einfach mal „machen“!

Es grüßt – Bernd Scheithauer