Die Ventilautorität

...wird als Verhältnis zwischen der Druckdifferenz über dem Regelquerschnitt des geöffneten Thermostatventils bei Nenndurchfluss und der max. auftretenden Druckdifferenz über dem Regelquerschnitt des geschlossenen Ventils definiert.

"Anschaulicher" ist jedoch diese Definition:

Die Ventilautorität ist das Verhältnis zwischen der Druckdifferenz über dem Regelquerschnitt des geöffneten Thermostatventils bei Nenndurchfluss und der max. auftretenden Gesamtdruckdifferenz des volumenstromvariablem Netzteils (Rohr, Widerstände, Drosseln: z.B die einstellbare Rücklaufverschraubung oder die interne Drossel bei Ventilen mit Voreinstellung)

Die folgende Grafik veranschaulicht dies:

 

Bei einem Druckverlust am Ventilgehäuse im Auslegungsfall (Nenndurchfluss) von 50 mbar und einem Sollwert im Strang von 100 mbar beträgt die Ventilautortität = 0,5

Wie groß muss die minimale Ventilautorität eigentlich sein? Nun, ich beziehe mich hier auf die Literaturangaben, die sich zwischen 0,3 ... 0,5 bewegen; Ideal wäre die Ventilautorität 1, 0,7 stellt eine praxisgerechte, obere Grenze dar. Bei Ventilautoritäten kleiner 0,3 wird die Grundkennlinie stark deformiert, der Regelkreis kann instabil werden und es besteht die Gefahr, dass das Ventil nur noch im Auf-Zu-Betrieb arbeitet. Wichtig für die Dimensionierung des Thermostatventils ist es, dass der Druckabfall weitgehend über dem Regelquerschnitt von Sitz und Kegel stattfindet und möglichst wenig über die Drossel der Voreinstellung. Also bitte immer ein Ventil mit kleinerem Grund Kv-Wert wählen, damit sich bei Nenndurchfluss ein größerer Voreinstellwert (geringerer Druckabfall über der Drossel = Voreinstellung) ergibt.

Beispiel:  Bei einer Heizkörperleistung von 1200 W (70/55, xp=1K, dp=50 mbar, Fühler RA 2000) beträgt beim Ventil RA-N 15 der Voreinstellwert 5. Beim Ventil RA-UN (mit Feinstvoreinstellung) erhält man bei gleichen Vorgabewerten einen Voreinstellwert von 6,5.